Karbag 500 E – ein Pioneer auf seinem Gebiet

  09 Oktober 2013
Dieser wagen müsste eigentlich das ideale eFahrzeug sein. Er sieht modern aus, passt gut in Städte und die Frauen lieben ihn. Auf den ersten Blick sieht der Karabag 500E aus wie der Fiat 500. Kein Wunder – der Karabag war ein Fiat 500, wurde dann seiner konventionellen Innereien beraubt und mit neuen eBauteilen ausgestattet. Ein umgerüstetes Fahrzeug offenbart schnell, dass es anders gedacht war Beim Starten des Motors hört man – wie bei allen anderen Elektroautos auch – nichts. Die Funktionen sind sehr übersichtlich angeordnet und erklären sich von selbst. Lediglich die Reichweitenanzeige ist kritisch – sie zeigt nicht die verbleibenden Kilometer, sondern die prozentuale Restladung der Batterie. Kein Wunder, denn die Batterieanzeige war mal eine Tankanzeige. Weil das eAuto aber bei seiner Reichweite ungefähr da anfängt, wo bei konventionellen Fahrzeugen die Reserveleuchte angeht, haben vor allem „eAuto-Neulinge“ hier ihre Probleme. Auch beim Komfort während der Fahrt muss man ein paar Abstriche machen. So besitzt er keine Klimaanlage, stattdessen wurde eine Autoheizung mit Bioethanol eingebaut, die nur sehr langsam wärmt und Abgase verursacht. Eigentlich für Elektroautos ein nicht 100%ig schlüssiges Konzept. Showeinlagen bei unbedachtem Parken oder Bergfahrten Tritt man auf’s Gaspedal, beschleunigt der Kleinwagen gleichmäßig und zügig. Bei Berganfahrten sollte man sich genau an’s Handbuch halten (Wagen zum Stehen kommen lassen, Handbreme ziehen, Gaspedal langsam drücken, Handbremse lösen) – sonst geht’s rückwärts wieder bergab. Sobald am Motor keine Spannung anliegt, befindet sich der Wagen im „Leerlauf“. Beim Parken kann man so natürlich tolle Szenen verursachen, wenn ein Fahrer ohne angezogene Handbremse aussteigt. Hier hätte man evtl. noch über einen Automatismus nachdenken können, der die Räder beim Abschalten blockiert. Insgesamt lässt sich der Karabag 500E sehr angenehm fahren, auch wenn man ab und zu das Gefühl hat, dass ihm etwas „Power“ fehlt. Er liegt ruhig auf der Straße, ist übersichtlich und in der Stadt lassen sich relativ einfach Parklücken finden. Auf ESP muss man bei diesem Fahrzeug allerdings verzichten. Für den Anfang nicht schlecht Die Reichweite von 100 km schränkt die Flexibilität und Nutzbarkeit des Fahrzeugs etwas ein. Als Stadtauto, Zweitwagen oder für Pendler mit kurzen Strecken ist er jedoch völlig ausreichend. Man sollte nicht verhehlen, dass der Karabag 500E eines der ersten eFahrzeuge war, die man in Deutschland kaufen konnte. Mittlerweile ist sogar schon eine technisch runderneuerte Version auf dem Markt – die meisten deutschen Hersteller haben noch nicht mal ihr erstes Fahrzeug im Handel. Allerdings merkt man dem Fahrzeug auch an, dass es nicht als eFahrzeug erdacht wurde, sondern viele Probleme provisorisch gelöst wurden (z.B. Tankanzeige). Das heißt aber noch nicht, dass der Wagen wirklich nutzerfreundlich in der Handhabung ist. Insbesondere die Einschränkungen der ersten Version des Karabag durch die Heizung und schwer prognostizierbare Reichweiten hat seine Tücken. Fazit Insgesamt ist der Karabag 500E ein sehr frühes und somit nicht ganz ausgereiftes Elektroauto. Die verbesserungswürdigen Details macht er aber durch sein schickes Aussehen wieder wett.