Peugeot ION - das Stadtkind

  25 November 2013
Das NGM-Team hat den Peugeot iOn exklusiv für Sie getestet. Wie immer werden so wertvolle Daten für unsere Software fleetster gesammelt. So kann fleetster schon heute gewährleisten, eMobility intelligent und effizient in den Fuhrpark von Unternehmen zu integrieren. Nicht gerade ein Augenschmaus – aber praktisch für die Stadt Im ersten Augenblick erinnert der Peugot iOn an einen Smart for2, bei dem Rücksitze eingebaut wurden. Man muss es einfach so sagen: Mit seinem Aussehen wird der iOn kaum ein Herz höher schlagen lassen. Muss ja auch nicht unbedingt sein: Stadtbewohner, die einen verzweifelten Kampf um Parkplätze führen, dürfte das Aussehen vergleichsweise kalt lassen. Hier vielmehr relevant: Das reine Elektroauto ist schmal und nur etwas länger als 3 Meter. Für einen 5-Tührer ist das eine erstaunlich bescheidene Größe. Auf in die Parklücke – für die Passagiere auf der Rückbank wird es allerdings eng. Die Innenausstattung ist in Ordnung, spektakuläres gibt es hier nicht zu berichten. Spitzenreichweiten für ein kleines eAuto – leider nur theoretisch Einen Titel hat er schon mal sicher: Es ist das erste europäische Serienfahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie. Mit identischer Technik werden auch die Schwestermodelle Mitsubishi i-MiEV und Citroën C-ZERO angeboten. Die Reichweite wird im Idealfall mit 150 km angegeben. Dies ist für ein so kleines Gefährt eine Spitzenleistung. Leider verläuft aber bekanntermaßen weder das Leben noch eine Autofahrt immer idealtypisch. Autobahntempo? Passagiere auf der Rückbank? Nutzung von Klimaanlage, Heizung, Licht und Scheibenwischern? Soll schon vorgekommen sein – und dann fällt die Reichweite schnell auf magere 80 oder gar 60 km. Unpraktisch ist zudem, dass Reichweite und Tageskilometerstand nicht gleichzeitig einsehbar sind. Übersichtlicher wäre es, wenn statt der 16-stufigen Akkuanzeige direkt die verbleibende Reichweite angezeigt würde. Beim Anschließen des Fahrzeuges an das Ladekabel, überzeugt sich der Fahrer noch einmal im Cockpit, ob die entsprechende Leuchte angeht. Eine direkte Rückmeldung an der Ladebuchse wäre hier ein sinnvolles Extra. Vollgetankt wird entweder sechs Stunden lang an 230-Volt-Steckdosen oder in 30 Minuten an einer Schnellladestationen, die die Akkus zu 80 Prozent aufladen. Schnellladestationen sind noch Mangelware in Deutschland – hier ist die Regierung gefragt, passende Infrastruktur bereit zu stellen, um so die erforderliche Mobilitätswende in Deutschland zu unterstützen. Maßstäbe setzt der Peugeot iOn bei den laufenden Betriebskosten pro 100 Kilometer, die nicht mehr als 1,50 Euro betragen sollen – das ist weltklasse! Hoher Nutzen – wenig Fahrspaß Nein, kein Startknopf, es wird der klassische Schlüssel gedreht. Bevor man allerdings „Strom geben“ kann, muss man den iOn erst einmal starten. Selbst unser erfahrenes NGM-Team braucht da eine Weile. Ist dies geschafft, wird der Fahrer von freudigem Piepen empfangen, dessen Grund sich nicht offenbart. Wobei – vielleicht eine Art Jubel-Fanfare, mit der uns der iOn zum gelungenen Start gratulieren will? Das hebt jedenfalls die Stimmung im Auto – wenn auch eher unfreiwillig. Der im Heck untergebrachte Elektromotor entwickelt beim Start ein Drehmoment von 180 Nm. Der Wagen schiebt zunächst kräftig an, braucht von 0 auf 100 km/h dann aber doch 16 Sekunden. Sobald man den urbanen Raum verlässt und etwas schneller fährt, wird es laut im Wagen. Die Geräuschisolation ist dementsprechend mangelhaft. Der iOn ist und bleibt ein Stadtkind – das haben wir jetzt akzeptiert. Fazit Für die Stadt eignet sich der iOn gut als Ergänzung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Beim Shopping oder anderen Kurzstrecken ist der Franzose gar ein treuer Begleiter, denn er ist wendig, übersichtlich und praktisch. Die Betriebskosten sind sensationell niedrig – dafür ist der Anschaffungspreis von 40.000 €… sagen wir mal stolz. Und wie ein roter Faden zieht sich durch unseren Test: Vielversprechende Ansätze werden durch seltsame Aussetzer beschädigt. Dennoch geben gerade diese verheißungsvollen Ansätze Hoffnung auf eine kommende Mobilitätswende in Deutschland. Wir von der Next-Generation-Mobility sind bereit!